Florian Böhm – Reading the City
Mit dem gemeinschaftlichen Archiv-Projekt Endcommercial®, Reading the City (zusammen mit Wolfgang Scheppe und Luca Pizzaroni) erlangte Florian Böhm erste internationale Anerkennung. Das Projekt wurde 2002 vielfach erfolgreich International in renommierten Museen und Institutionen ausgestellt und als Buch im Hatje Cantz Verlag publiziert.
Am Beispiel New Yorks dokumentiert die bildlexikalische Arbeit der drei Künstler Strukturen der urbanen Improvisation und zeigt Strategien des Zurechtkommens in der Ökonomie der Straße. Sie macht sichtbar, wie der Mensch seine Umgebung – Laternen, Abfalleimer, Getränkekisten, Einkaufswagen, Ladenschilder oder Plastiktüten – nutzt, formt und zweckentfremdet. Durch die Selektion und die Ordnung in einem typologischen System werden subkulturelle Konventionen und vergegenständlichte soziale Widersprüche der Stadt erkennbar. Überrascht gewinnt der Betrachter plötzlich Einsicht in die Differenz vom oft Gesehenen und niemals Registrierten.